Ich und mein Kreuzband – Teil 1

Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört und das hat einen triftigen Grund. Wie ihr in der Überschrift lesen könnt, trägt er den Namen: Kreuzbandriss.

Aber zurück zum Anfang, denn die Frage wie es passiert ist kann ich langsam nicht mehr hören. Wir waren im Urlaub in den Bergen und hatten fast durchgehend gutes Wetter. Gute Voraussetzungen für ein paar Wanderungen. Und nein es ist nicht beim Wandern passiert. Okay, stellt es Euch so vor: Ein ebener Boden, ein Luftsprung und dann Schmerz, Tränen und dann liegst du auf den ebenen Boden. Ihr fragt Euch zurecht, wie kann das sein? Von einem Sprung in die Höhe? Ja, so viel Unglück muss man erstmal haben. Scheinbar hatte ich eine Vorverletzung, die mir nie aufgefallen ist. Sprich: Das Kreuzband war vorab bereits beschädigt/angerissen o.ä. – vermutlich ist das in meinen 13 Jahren Handball passiert. Denn wirklich anders erklären kann ich mir das nicht. Ihr könnt Euch ja vorstellen, wie auch die Ärzte einen anstarren und Fragezeichen in den Augen haben.

Doch zurück zum Unglück, denn so wie es sich für meine beste Freundin gehört, hat die erstmal herzlich gelacht und gar nicht realisiert was hier gerade passiert ist. 😉 Ehrlich gesagt ich auch nicht. Ich hatte Schmerzen, wie ich sie noch nie hatte und lag am Boden. Erst als mir aufgeholfen wurde, merkte ich, dass ich kaum auftreten kann und dachte: SH*T! Bitte nicht. Der Schmerz ließ nicht nach, von daher wurde ich direkt ins Krankenhaus gefahren. Super, so im Urlaub. Und da war ich, vom Auto in den Rollstuhl, in der Notaufnahme.

„SH*T! Bitte nicht.“

In der Klinik Bad Reichenhall

Da saß ich dann, in der Notaufnahme der Klinik in Bad Reichenhall. Es dauerte nicht lang und ich wurde untersucht, direkt geröntgt und dabehalten damit ich am nächsten Tag gleich ins MRT kann. Es war mein erstes Mal im Krankenhaus. Das erste Mal als Patient, ich habe kaum geschlafen & die Gedanken kreisten. Es dauerte lange, es war bereits später Nachmittag als ich dann endlich im MRT war. Eine Stunde später hatte ich dann die Diagnose vom Chefarzt. Mit einer festen Schiene, die fast über das gesamte Bein geht, wurde ich entlassen. Dann lag ich in unserer Ferienwohnung, der Urlaub war ja noch nicht vorbei. Ein paar Tage dann die Heimfahrt: Zu viert in einem Auto mit geschientem Bein. – Juhu! Aber auch das habe ich geschafft.

Zu Hause bin ich dann direkt zur Hausärztin (Meinen Arbeitgeber hatte ich bereits vorab direkt im Krankenhaus über die Diagnose informiert.), um die weiteren Schritte zu besprechen. Es muss operiert werden, so sagte es der Chefarzt im Krankenhaus. Doch wo macht man das? Ich war wirklich überfragt, gerade da es meine erste OP überhaupt war. Ich habe nach Empfehlungen gesucht und auch gefunden. Habe Termine vereinbart und dann entschieden welcher Arzt auch wirklich zu 100 % mein Vertrauen weckt. Bitte lasst Euch niemals von einem Arzt zu irgendetwas drängen – Ihr habt freie Arztwahl & somit freie Krankenhauswahl! Meine Wahl fiehl auf die Sportklinik in Halle. Hier lagen mir mehrere Empfehlungen von Freunde & Familie vor – die zählen mehr als Internetbewertungen o.ä. 😉

Meine erste OP

Nach der OP

Was habe ich mit mir selbst gestruggelt, wie viele Nervenzusammenbrüche ich hatte, ich hab keine Ahnung, aber ich hatte Panik. Richtig Panik. Es war der 13. November 2019, um 06:30 Uhr in Halle. Ich verabschiedete mich von meiner Mum, die mich in die Klinik fuhr, nahm im OP Vorbereitungsraum auf einer Liege Platz. Ich fühlte mich sichtlich unwohl, weil ich nicht wusste was hier gleich mit mir passiert. Das war ein wirklich beklemmendes Gefühl, aber die Schwestern vor Ort haben da gut reagiert und meine Entspannungsübung (mit der Hand auf dem Dekolletee klopfen) half auch ganz gut. Nachdem Physio, Anästhesist und die Schwestern alles mit mir abgeklärt haben ging die Medikation los und kurz darauf kann ich mich nur noch erinnern wie ich mich halbwegs auf den OP Tisch hiefte und direkt das Narkosemittel gespritzt bekam. Ich wachte auf, auf der Liege am selben Platz wie vor der OP, ich hatte Schmerzen, war benommen, bekam direkt eine Lymphdrainage. Kurz darauf kam ich direkt auf die klinikeigene Station, denn ich habe in der ambulanten Klinik eine Nacht „gebucht“ (gegen ein erschwingliches Entgelt), sodass vor Ort am nächsten Tag direkt die Drainagen gezogen werden konnten. Ich blieb also einen Tag stationär, im Vergleich zu normalen Krankenhäusern eine geringe Zeit, hier wurde mir von 4/5 Tagen stationär erzählt. Mit einem Fahrdienst, den die Krankenkasse bis zum Fadenzug auf Zuzahlung übernimmt, war ich dann wirklich schnell zu Hause.

Die Wochen nach der OP

Und da lag ich dann, zu Hause, hatte eine feste Schiene die das Bein ruhig stellt, den Masterplan des Arztes und war mit mir allein. Zu Beginn durfte ich das Bein zu 30 kg belasten, das haben wir in der Klinik mit einer Waage trainiert. Mit Hilfe der Krücken habe ich mich dann auch tatsächlich mal bewegt. Wie es dann weiter ging, erfahrt ihr im zweiten Teil, denn da gibt es noch eine Menge zu berichten. Falls ihr bereits Fragen habt, lasst sie mich wissen, dann kann ich diese gern beantworten.

xoxo

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