Filmkunstmesse Leipzig 2019 – Filmfest mit Starbesetzung

Ihr Lieben, wenn ihr mir auf Facebook und Instagram folgt, habt ihr schon gesehen, dass ich vor zwei Wochen auf der Filmkunstmesse Leipzig unterwegs war. Hier habe ich viele Filme vor Release sehen können und werde auf diese hier im Beitrag näher eingehen. Aber was ist eigentlich die Filmkunstmesse? Während dieser 5 Tage besuchen 1.150 Fachbesucher unsere schöne Stadt um sich die neusten Filme, teilweise noch weit vor Veröffentlichung anzusehen, an Workshops und Seminaren teilzunehmen und einen Austausch unter Kinobetreibern und Verleihern zu schaffen. Insgesamt wurden 73 Filme in 150 Vorstellungen gezeigt. Diese waren auch teilweise öffentlich für jedermann zugänglich. So gab es auch in diesem Jahr wieder ein Besucherrekord: fast 2.000 Publikumsgäste besuchten die Messe und haben von den Kinotagen nicht genug bekommen. Grund hierfür waren sicher auch die vielen Stargäste, die ihre Filme selbst vorstellten und auch am roten Teppich für Fotos zur Verfügung standen. Mit dabei u.a. Daniel Donskoy, Tom Schilling, Max Simonischek, Corinna Harfouch und ganz viele Regisseure!

GILDEPREIS VERLEIHUNG

Seit 1977 vergeben die deutschen Filmkunsttheater den Gilde Filmpreis. Mit dieser traditionsreichen Auszeichnung wollen sich die Kinobetreiber bei den Filmschaffenden und Verleihern bedanken, die mit außergewöhnlichen Produktionen und packenden Geschichten die Zuschauer begeistern. Der Gilde Filmpreis 2019 wurde im Rahmen der 19. Filmkunstmesse Leipzig im Täubchenthal verliehen. Die Jury besteht aus Mitgliedern und dem Vorstand der AG Kino – Gilde.

Hier die Auszeichnungen zusammen gefasst (mit Klick auf den Namen gelangt ihr direkt zum Trailer):

Hier noch ein paar Eindrücke von der Preisverleihung für Euch:

DIE FILME AUF DER FILMKUNSTMESSE

Hier gibt es jetzt für Euch eine kurze Übersicht der Filme die ich während der Messe gesehen habe und mein Feedback dazu. Ich hoffe ihr habt viel Spaß damit und merkt Euch den ein oder anderen Film vor! 🙂

PARASITE

Als Eröffnungsfilm gab es „Parasite“ vom Regisseur Bong Joon-Ho (Okja, Snowpiercer) zu sehen. Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 2019. Kinostart: ist am 17. Oktober 2019, FSK 16.

Parasite / Koch Films GmbH

Über den Film: Die Familie Kim ist ganz unten angekommen: In einem grünlich-schummrigen Keller hausen Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Erst als der Jüngste einen Job als Nachhilfe-Lehrer in der Villa der Familie Park antreten kann, steigt die Familie ein ins Karussell der Klassenkämpfe. Mit Tricksereien gelingt es den Kims, die bisherigen Bediensteten der Familie loszuwerden und bald selbst unverzichtbar für ihre Herrschaften zu werden. Doch dann kam ein unerwarteten Zwischenfall…

Mein Fazit: Ich kannte keinen Trailer, keinen Inhalt und ließ mich überraschen. Der Film startete, fand zumindest ich, als Komödie. Der Saal lachte und schmunzelte, dann im letzten Drittel des Films kam die Wendung. Tatsächlich auch etwas überraschend. Auf einmal war es ein Drama/Thriller! Das wurde wahnsinnig gut umgesetzt und ich löste den Blick nicht von der Leinwand – das ist es, was gutes Kino ausmacht! Ich kann den Film daher sehr empfehlen.

Meine Bewertung: 8,5/10 Punkten

 

Jean-Paul Gautier: Freak and Chic

Jean-Paul Gaultier: Freak and Chic

Der zweite Tag startete für mich mit der Dokumentation zur Revue Show von Gautier mit dem Namen „Jean-Paul Gaultier: Freak and Chic“. Der geplante Kinostart ist der 6. Februar 2020.

Über den Film: Jean-Paul Gaultier. Einer der bemerkenswertesten Modeschöpfer unserer Zeit hat mit der prunkvollen Fashion Freak Show in Paris für weltweites Aufsehen gesorgt. Der Dokumentarfilm folgt der ehrgeizigen zweijährigen Entstehung von Gaultiers glamourösem Kabarett und lässt die Zuschauer in das exzentrische, oft provokative Universum des ikonischen Genies eintauchen: Visionäre Designs, high-style Choreografien, Originalmusik, extravagante Kostüme und eine aufwändige Inszenierung in der Hauptstadt der Mode sprengen immer wieder die Grenzen der Modeszene.

Mein Fazit: Wirklich gute Dokumentation über Gaultier und die Entwicklung seiner Revue Show. Man lernt ihn tatsächlich besser kennen, erfährt viel über sein Leben und dessen Schicksalschläge und warum er eben seine Designs so wählt wie er es tut. Ein kleiner Einblick in die Extravaganz der Modeindustrie.

Meine Bewertung: 8/10 Punkten.

 

Crescendo #makemusicnotwar

Highlight des Tages und tatsächlich auch bei der Filmkunstmesse war „Crescendo“ mit Peter Simonischeck und Daniel Donskoy. Kinostart ist der 16. Januar 2020.

Crescendo / Camino Filmverleih GmbH

Über den Film: Im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina soll in Südtirol unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ein Konzert eines palästinensisch-israelischen Jugendorchesters stattfinden. Als Dirigent wird der renommierte Musikschulleiter Eduard Sporck (Peter Simonischek) engagiert, doch bereits bei den ersten Proben geraten die jungen Talente aneinander. Besonders zwischen der palästinensischen Layla (aufbrausend) und dem israelischen Violinist Ron (arrogant) kracht es. Sporck stellt das Konzert hintan und versucht, die jungen Leute überhaupt erstmal zum Reden und Zuhören zu bewegen. Hat die Musik die Kraft, trotz der vielen Herausforderungen und Hindernisse Brücken zwischen den jungen Menschen verschiedener Religionen und verhasster Nationalitäten zu bauen?

Mein Fazit: Berührender Film! Ich muss zugeben, ich habe teilweise Tränen in den Augen gehabt. Dieser Konflikt zwischen Israel und Palästina – und jeder, egal auf welcher Seite – hat die Möglichkeit seine Geschichte zu erzählen. Die Art und Weise wie dies umgesetzt wurde ist stark. Dabei wurde auch die deutsche Geschichte nicht außen vor gelassen und gerade in unserer aktuellen Situation hat man dann einfach einen Kloß im Hals. Ich kann Euch diesen Film einfach nur empfehlen. Geht mit auf diese Reise und seht wie Musik uns alle verbindet. Danke.

Meine Bewertung: 10/10 Punkten.

Ich hatte außerdem die Möglichkeit den Hauptdarsteller Daniel Donskoy zu interviewen, der den Film auf der Messe vorstellte. Zum Beitrag geht es hier.

Daniel Donskoy auf der Filmkunstmesse Leipzig, 2019

SKIN

Mittwoch gab es dann „SKIN“ zu sehen. Kinostart am 3. Oktober 2019.

SKIN / 24 Bilder Film GmbH

Über den Film: Bryon Widner (Jamie Bell) trägt den Hass tief im Herzen und sichtbar auf der Haut. Seine zahlreichen Tätowierungen sind Verbildlichungen seiner Gewalttaten und Zeugnis einer von Hass geprägten rechtsextremen Gruppierung, angeführt von seinen Zieheltern „Ma“ Shareen und „Pa“ Fred Krager. Als er die dreifache Mutter Julie (Danielle Macdonald) kennenlernt und sich verliebt, beginnt er an seiner Ideologie zu zweifeln. Er sucht Hilfe beim afro-amerikanischen Menschenrechtsaktivisten Daryle (Mike Colter), der zur entscheidenden Stütze in seinem schwierigen Prozess des Ausstiegs wird. Es beginnt ein langwieriger und sehr schmerzhafter Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit… Der israelische Filmemacher Guy Nattiv erzählt in seinem ersten US-Spielfilm SKIN authentisch und ungeschönt die Geschichte des Szeneaussteigers Bryon „Babs“ Widner, der zu den meistgesuchten weißen Suprematisten zählte.

Mein Fazit: Ich kann Euch nicht sagen, ob es am Thema lag oder an der Umsetzung, der Film hat mich nicht überzeugt. Vielleicht schaut man einfach noch kritischer auf solche Filme, wenn man sich die aktuelle Situation, gerade hier in Sachsen, ansieht. Es war für mich alles „too much“. Die Geschichte beruht tatsächlich auf einer wahren Begebenheit und beinahe jedes Nazi-Klischee wird bedient. Aber wie gesagt hat der Film mich nicht in den Bann gezogen.

Meine Bewertung: 4,5/10

 

BOOKSMART

Dann durfte ich noch den Film „Booksmart“ sehen. Kinostart ist der 14. November 2019.

Booksmart / Weltkino Filmverleih GmbH

Über den Film: Molly und Amy haben in der Highschool alles richtig gemacht. Mit Bestnoten und viel Engagement blicken sie einer glänzenden Zukunft an Elite-Unis entgegen. Doch am letzten Schultag stellt Molly voller Entsetzen fest, dass es auch ihre Mitschüler an die besten Unis geschafft haben – obwohl diese in den letzten Jahren offenbar nichts als Party im Kopf hatten. Daraufhin überredet sie Amy, den Spaß der letzten Jahre in den noch verbleibenden Stunden auf der Highschool aufzuholen. Eine epische Nacht steht ihnen bevor, an deren Ende eine Lektion steht, die man nicht aus Büchern lernen kann. Mit ihrem temporeichen Regiedebüt legt Olivia Wilde ein frisches Update der Highschool-Komödie hin. Der smarte und gleichzeitig warmherzige Kinospaß über wahre Freundschaft umtanzt mit einem coolen Soundtrack und originellen Gags locker alle Klischees.

Mein Fazit: Ein guter Jugendfilm, der sich nahezu allen Klischees bedient. Teilweise jedoch vorhersehbar, dafür gibt es etwas Abzug. Dennoch überzeugen Kaitlyn Dever (Last Man Standing) und Beanie Feldstein (Lady Bird) mit Ihrem Ausbruch aus der Streber-Karriere. Also wer Lachen will, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. 🙂

Meine Bewertung: 7,5/10 Punkten.

 

Die nächste Filmkunstmesse Leipzig findet vom 14. bis 18. September 2020 statt.

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