vandesei meets – Interview mit Daniel Donskoy

Foto: Ray Burmiston

Heute gibt es für Euch ein neues Interview zu lesen. Ich durfte Daniel Donskoy, der Schauspieler (Sankt Maik, Crescendo, Tatort, usw.) und Musiker ist, ein paar Fragen stellen. Daniel wurde in Moskau geboren, zog dann mit der Familie nach Berlin, nach familiären Veränderung dann nach Tel-Aviv und für seine Ausbildung dann zurück nach Berlin und London. Er spielt Klavier und Gitarre, teilweise seit der 5 Jahre alt ist und spricht Russisch, Hebräisch, Deutsch und Englisch fließend. Daniel hat mit mir über Sankt Maik, seinen neuen Film „Crescendo“ und seine Musik gesprochen. Es war mir eine Ehre lieber Daniel und Euch viel Spaß! 😊

Daniel Donskoy auf der Filmkunstmesse Leipzig, 2019

Vor fast genau vier Monaten erschien deine EP “Didn’t I Say So”. Zeitgleich startete der Vorverkauf für deine erste Club Tour, fast alle Termine sind ausverkauft. Hättest du damit gerechnet? Wie fühlt sich das an?

Daniel: Nein, damit gerechnet nicht. Im Leben allgemein, aber in unserer Branche ganz spezifisch gesehen – sollte man nicht mit allzu viel rechnen. Natürlich habe ich es mir gewünscht, vorgestellt, ausgemalt, wie es denn wäre eine ausverkaufte erste Tour zu spielen. Und siehe da, im Oktober ist es soweit. Klar ist da auch ein Druck drauf, aber ich kann es jetzt einfach kaum erwarten, dass endlich der 1.10 ist und ich in Hamburg meine erste Tour starte.

Daniel Donskoy / Foto: Jennifer Pflug

Mit deiner Club Tour im Herbst kommst du, zu meiner Freude, am 3. Oktober 2019 auch nach Leipzig. Du warst schon öfter terminlich hier, hattest du Zeit dir einmal die Stadt anzusehen?

Daniel: Mein allererster Dreh in Deutschland war tatsächlich in Leipzig, vor zwei Jahren bei der SOKO Leipzig. Sonst war ich schon öfter in der Leipziger Techno Szene feiern. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit mir die Stadt genauer anzusehen, aber das wird nachgeholt. Ich finde es auch echt schön, am Tag der Deutschen Einheit in Leipzig zu spielen. Wäre die Mauer damals nicht gefallen und damit auch der Eiserne Vorhang, wäre ich heute nicht in Deutschland, denn ich kam 1990 als Baby mit meiner Familie von Moskau nach Berlin.

Bleiben wir bei Musik. Wie sehr liebst und brauchst du deine Streetgigs?

Daniel: Auf der Straße zu spielen ist einfach das Ehrlichste, was man sich antun kann. Das Publikum bleibt stehen oder eben nicht. Man trifft eine solch verifizierte Bandbreite an Menschen, wie nirgends sonst. Einen Schnitt der Gesellschaft. Die Leute sind auch sehr ehrlich auf der Straße – sie unterhalten sich mit dir. Du kennst das doch auch, du hast Stress, läufst zu einem Termin und plötzlich ist da echte Musik direkt vor dir. Mir zaubert Straßenmusik so oft ein Lächeln ins Gesicht und das liebe ich zurückzugeben.

Welche Künstler inspirieren Dich / sind deine Vorbilder und warum? Gibt es jemanden mit dem du unbedingt einmal zusammenarbeiten möchtest?

Daniel: Also da gibt es so viele die ich bewundere: Frank Ocean, Benjamin Clementine, Tom Odell, Patti Smith, Justin Timberlake, Kate Bush, Mike Posner nur um ein paar zu nennen. Musik, bei der ich das Gefühl habe, die Emotionen der Künstler mitzuerleben. Dabei zu sein, wie sie es immer wieder vor ihrem inneren Auge abspielen. Musik hat die einzigartige Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit komplexe Geschichten und Gefühle rüber zubringen und genau dafür mache ich es auch. Ich freue mich über jede Kooperation, aber natürlich wünscht man sich, einmal mit den ganz Großen die Bühne zu teilen. Aber da geht‘s gerade in die richtige Richtung. Ich durfte bei der Gamescom in Köln vor 10.000 Menschen und direkt vor Tom Odell spielen, hab ihn Backstage kennengelernt und wie ein kleiner Fanboy nur rausbekommen: „Hey Tom, I really like your music“ 🙂

Daniel Donskoy auf der Filmkunstmesse Leipzig, 2019

Vor deiner Tour hast du Leipzig bereits ein weiteres Mal besucht: Im Rahmen der Filmkunstmesse Leipzig hast du letzte Woche deinen neuen Film “Crescendo” (16. Januar 2020 im Kino) vorgestellt, in dem du einen Violinisten spielst, der sich einem israelisch-palästinensischen Jugendorchester anschließt, das bei den Friedensverhandlungen in Südtirol auftreten soll. Was können Besucher vom Film erwarten?

Daniel: Es ist ein Film, der Hoffnung macht. Geigen statt Gewehre, das ist das Credo, aber den Zuschauer erwartet eine emotionale Reise ins Herz des Nahost-Konfliktes durch die Herzen der Protagonisten. Es treffen zwei Kulturen aufeinander, die ähnlicher und doch unterschiedlicher nicht sein könnten. Verletzter Stolz und tiefsitzende Traumata kommen an die Oberfläche und das alles mit wunderschöner klassischer Musik untermalt. Crescendo hat beim „Festival des Deutschen Films“ in Ludwigshafen den Publikumspreis gewonnen – die Menschen, mit denen ich die Vorführung gesehen habe, sagten alle, sie seien sehr ergriffen – das freut mich sehr, so etwas zu hören, vor allem, wenn es so ein wichtiges Thema ist.

Du wirst in deinen Rollen vielseitig eingesetzt (Pfarrer, Violinisten, Pathologe, Soldat), bist du froh, dass du in keine Schublade gesteckt wirst? Was macht dir am meisten Spaß?

Daniel: Am meisten macht es mir Spaß, versierte und voll ausgemalte Charaktere zu spielen. Ob sie nun Violinisten, Pathologen oder Soldaten sind, Hauptsache ist, das Drehbuch gibt mir die Möglichkeit, mich wirklich hinein zu fühlen. Welches Dilemma hat der Charakter, was beschäftigt ihn – natürlich gibt es Drehbücher die mehr hergeben als andere, aber der Spaß ist es ja, das im Spiel herauszufinden. Wie schon der Name des Berufes sagt: Schau – Spieler – ich bewege mich da am liebsten auf einem Kinderspielplatz.

Seit 2018 spielt Daniel die Rolle des Pfarrer Maik in der Erfolgsserie „Sankt Maik“ auf RTL. Zwei Staffeln sind veröffentlicht und die dritte bereits bestätigt. Für die, die die Serie nicht kennen, hier ein kleiner Trailer:

Hand auf’s Herz: Vermisst du deine Locken? Und was sagt deine Kollegin Bettina Burchard zum Pfarrer Maik ohne Lockenmähne?

Daniel: Nein ich finde Veränderung gut und Haare wachsen ja auch – bei mir sogar sehr schnell. Die Kommentare waren schon extrem skurril und als Social Media Aufschrei wahrzunehmen. Aber wie gesagt, man sollte sich nicht scheuen, seinen Instinkten nachzugehen und auf einer Berghütte in Südtirol war es dann soweit: RASIERER IN DIE HAND UND LOS. Bettina Burchard müsstest du da selbst fragen – ich glaube aber, sie akzeptiert mich auch als Spielpartner mit kurzen Haaren.

Wenn du Pfarrer Maik einen neuen Charakterzug geben könntest, welcher wäre das?

Daniel: Ich fände es toll, noch tiefer in die kriminelle Vergangenheit von Maik einzutauchen. Für mich geht es vor allem darum, Maik als vollen Charakter darzustellen. In den letzten zwei Staffeln habe ich alles getan, möglichst viel über ihn herauszufinden und hoffentlich komme ich nächstes Jahr dazu, den Kreis zu schließen.

Was möchtest du unbedingt einmal machen? Was steht ganz oben auf deiner Bucketlist?

Daniel: SOOOOO VIEL! Weltreise, Fallschirmspringen, mit Walen tauchen, mich politisch mehr engagieren, in einem Stadion meine Musik spielen, mit Darren Aronofsky drehen, Woody Allen und Meryl Streep kennenlernen, bald wieder in eine neue Stadt ziehen. So, das sind jetzt einige, aber es gibt unendlich viele mehr.

Wenn du der Welt hier und jetzt etwas unverblümt sagen könntest, was wäre das?

Daniel: Hört auf Angst zu haben. Um es mit Rainer Werner Fassbinder zu sagen: „ANGST ESSEN SEELE AUF“

Should I give up on love?

Daniel: Depends, if it makes you happy then don´t. If you’re constantly chasing it and you use all your power and time got get it back – Give up.

 

DANKE DANIEL! ♥

 

Alle Infos zu Daniel findet ihr hier: Website | Facebook | Twitter | Instagram

Und hier einmal zur Einstimmung in seine Musik: „Should I give up on love“. Wer Daniel am 3. Oktober live erleben will, sollte sich beeilen, denn die Tickets werden knapp! Also los hin da, absolute Empfehlung 🙂

Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen und auch hier online bei Eventim (kein Affiliate-Link, keine bezahlte Werbung).

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