FILME NON STOP, STARGÄSTE UND GILDE PREISVERLEIHUNG – FILMKUNSTMESSE LEIPZIG 2017

Ende September war es wieder soweit, die alljährliche Filmkunstmesse fand in Leipzig statt. Hier traf sich erneut nicht nur die Branche um in Seminaren und Workshops immer up to date zu sein, sondern auch um Filme zum Teil weit vor Bundesstart zu sichten. Die Abendvorstellungen sind hier seit Jahren für alle zugänglich, also nicht ausschließlich für Branche und Presse, sondern für Euch! Vom 25. – 29. September 2017 warteten ganze 34 Premieren, so viele wie nie zuvor. Außerdem gab es noch eine Neuerung: Das Cineplex Kino hat am Dienstag und Mittwoch erstmalig seine Türen für die Filmkunstmesse geöffnet. – Toll das Leipzig hier so zusammenhält. Ich mag das!

Josef Hader und Miguel Alexandre / Foto: Filmkunstmesse/UF
Stargäste zum Eröffnungsfilm „Arthur & Claire“: Josef Hader und Miguel Alexandre / Foto: Filmkunstmesse/UF

Montag ging es dann endlich los, direkt nach Arbeit habe ich mir mein Badge geholt und dann auch gleich Tickets für den Eröffnungsfilm. Ich wählte Arthur & Claire – ab 1.März 2018 im Kino! Die Geschichte stammt vom gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel. Arthur, gespielt von Josef Hader und Claire, gespielt von Hannah Hoekstra, reisen unabhängig von einander nach Amsterdam um Selbstmord zu begehen. Doch dann laufen sich die beiden über den Weg und es scheint als wenn jeweils der andere demjenigen etwas Halt geben kann, das was sie schon lange suchten. Es wurde „bewusst ein anderes Ende als im Theaterstück gewählt“, so Regisseur Miguel Alexandre nach der Filmvorführung. Ich fand den Film trotz des ernsten Themas zwischendurch immer mal sehr witzig, man merkt das Josef Hader aus dem Comedy/Kabarett Bereich kommt und das lockerte den Film immens auf. Die Tragikomödie ist berührend und hoffnungsvoll und trotzdem fehlt etwas. Ich kann nicht sagen was genau, aber so ganz hat der Film mich nicht gepackt. Aber das ist auch einfach Geschmackssache! 🙂

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen.

Länge: 100 Min.
Regie: Miguel Alexandre
Buch: Miguel Alexandre, Josef Hader (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Stefan Vögel)
Kinostart: 01.03.2018
Land: Österreich, Deutschland, Niederlande
Verleih: Universum Film GmbH

Arthur & Claire / Foto: Universum Film
Arthur & Claire / Foto: Universum Film

Am Dienstag ging es dann mit dem „Kurz vor Film – Der Vorfilmtest“ weiter. Hier wurden 14 verschiedene Filme gezeigt und wir wählten den Favoriten der dann auch bei dem Gilde Filmpreis eine Auszeichnung erhält. Die Themen waren wieder vielfältig gefächert, so ging es um Amphibien in einer Luxusvilla, tanzende Mäuse im Schnellrestaurant, ein Tierfilmer, ein Bär im Käfig, ein paar Biester und ein bisschen Horror. Die Kurzfilme waren zum Teil animiert, gezeichnet oder eben eine Realverfilmung. Ich habe für Euch den Gewinner aus diesem Jahr im Netz gefunden:

Achtung Video ist auf Englisch, Untertitel ist aber verfügbar.

Dann war bereits Tag 3 der Messe, Halbzeit und auch gleichzeitig wohl der stressigste Tag, denn ganze 3 Filme habe ich mir ausgesucht und somit von 17 Uhr bis 0 Uhr im Kino verbracht. Kann man schon mal machen 🙂

Ich durfte mir als ersten Film des Tages „Der Mann aus dem Eis“ ansehen. Kinostart ist der 30. November 2017! Der Film handelt von der Geschichte des Ötzi. Jeder hat den Namen bestimmt schon einmal gehört. Die Macher haben eine Geschichte rekonstruiert wie sie vor 5300 Jahren ausgesehen hätten können. Besonderheit der Vorführung: Hauptdarsteller Jürgen Vogel war zu Gast. Daher wird es in einem separaten Blogpost mehr über den Film geben. Hier allerdings schon mal die Hardfacts & Trailer für Euch:

Originaltitel: Iceman
Länge: 96 Min.
Regie / Buch: Felix Randau
Darsteller: Jürgen Vogel, Sabin Tambrea, André Hennicke,  Susanne Wuest, Franco Nero
Kinostart: 30.11.17
Land: Deutschland, Italien, Österreich
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH

Direkt danach musste ich schon fast zum nächsten Film hetzen, zum Glück lief dieser gleich im Saal neben an. Die Rede ist von „Lady Macbeth“ – ab 2. November 2017 im Kino! Der Film spielt in England im Jahr 1856. Die wunderschöne Katherine, gespielt von Florence Pugh, wird mit einem älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist ziemlich herzlos und so vereinsamt Katherine. Dann muss ihr Mann zur einer längeren Reise aufbrechen und sie entdeckt ihre Lebensfreude neu. Sie lebte eingesperrt im großen Haus und nun ging sie in die Felder, genoss die Landschaft und das Wetter. Doch nicht nur das genoss sie, sondern auch die Affäre mit einem Stallburschen. Als ihr Mann zurück kam, wusste er sofort davon. Doch anders als man vielleicht denkt, hat Katherine den starken Willen sich nicht mehr untergraben zu lassen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.  Ich möchte nicht zu viel verraten, daher keine großen Spoiler. Florence Pugh spielt die Rolle der Katherine mit Bravour. Sie hat mich völlig gefesselt und den Film zu etwas besonderen gemacht. Beeindruckende Bilder, ein starker Wille und ohne Rücksicht geht Lady Macbeth ihren Weg. Absolut empfehlenswerter Film.

Meine Bewertung 4,5 von 5 Sternen.

Originaltitel: Lady Macbeth
Länge: 89 Min.
Regie: William Oldroyd
Buch: Alice Birch
Darsteller: Florence Pugh, Cosmo Jarvis, Paul Hilton, Naomi Ackie, Christopher Fairbank
Kinostart: 02.11.17
Land: Großbritannien
Verleih: Koch Films GmbH

Lady Macbeth / Foto: Koch Films GmbH
Lady Macbeth / Foto: Koch Films GmbH

Dann war es soweit, der Abschluss vom Filmkunstmesse Tag 3 und ein Film der ganz oben auf der Liste mit Filmen stand die ich unbedingt auf der Messe sehen muss. Die Rede ist von „Wind River“ – ab 8. Februar 2018 im Kino! In der Hauptrolle Jeremy Renner, bekannt aus einigen Marvel-Filmen als Hawkeye. Auch für diesen Film ist ein separater Blogpost in Arbeit, da es hier einfach mehr zu sagen gibt, als in einer kleinen Review. 🙂 Hier aber wieder die Hardfacts und der Trailer für Euch:

Originaltitel: Wind River
Länge: 110 Min.
Regie / Buch: Taylor Sheridan
Darsteller: John Bernthal, Elizabeth Olsen, Jeremy Renner, Martin Sensmeier, Julia Jones
Kinostart: 08.02.18
Land: Großbritannien, Kanada, USA
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Der Donnerstag war für mich der letzte Messetag und an diesem Tag stand die Gilde Filmpreisverleihung an. Diese fand dieses Jahr im Kunstkraftwerk Leipzig statt. Ich war ehrlich gesagt das erste Mal da, da es auch in Leipzig noch eine relativ neue Location ist. Alles ist ziemlich verwinkelt und es gibt viel zu entdecken. So waren kleine Snacks und Getränke in den Nebenräumen versteckt und das große Buffet in einer Nebenhalle. In Dieser gab es dann auch etwas zu sehen, für was das Kunstkraftwerk bekannt ist: Videoanimationen. Aber seht selbst:

Kunstkraftwerk-Leipzig
Kunstkraftwerk-Leipzig

Fast pünktlich ging die Preisverleihung los und bereits vorab schoss mein Puls in die Höhe. Dazu aber später mehr.

Ausgezeichnet als Bester Film (national) wurde „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus (im Verleih von Piffl Medien). Als Bester Film (international) erhielt „The Square“ von Ruben Östlund (im Verleih von Alamode Film) die Auszeichnung. Bester Dokumentarfilm wurde „Beuys“ von Andres Veiel (im Verleih von Piffl Medien). Der Bester Kinderfilm war „Amelie rennt“ von Tobias Wiemann (im Verleih von Farbfilm).

Danny Krausz und Chris Kraus von "Die Blumen von gestern"
Danny Krausz und Chris Kraus von „Die Blumen von gestern“
Tobias Lehmann (Alamode Filmverleih) und Philippe Bober (Produzent) von "The Square"
Tobias Lehmann (Alamode Filmverleih) und Philippe Bober (Produzent) von „The Square“

 

Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier von "Weit"
Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier von „Weit“

 

Zwei Kategorien waren allerdings neu. Zum Beispiel die Auszeichnung als „Kinophänomen des Jahres“: Hier erhielt „Weit – Die Geschichte vone inem Weg um die Welt“ von Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser (im Vertrieb von Die Filmagentinnen). Diesen Film habe ich bereits Anfang September gesehen und fand ihn wahnsinnig toll, das könnt ihr übrigens hier nachlesen. Und genau damit kommen wir auch zu dem Moment als mein Puls in die Höhe schoss: Vor der Verleihung ist immer Fotocall für die Presse – und da standen Sie Patrick und Gwendolin. Hach. ❤

Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier von "Weit"
Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier von „Weit“

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Adrian Kutter, dieser hatte 1977 den Gilde Filmpreis ins Leben gerufen und wurde mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Auch die Jugendjury hat wie jedes Jahr einen Preis verliehen, der mit  2.000 € dotiert ist. Der Preis ging an „What will people say“ von Iram Haq (im Verleih von Pandora). Der Publikumspreis, der ebenfalls mit 2.000 € dotiert ist und von ARRI Media gestiftet wurde, geht in diesem Jahr an „Hanna, ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ von Marta György Kessler (im Verleih von W-Film).

Für die musikalische Begleitung der Preisverleihung war diesmal die Band „Von Eden“ am Start. Solltet ihr unbedingt mal reinhören!

Band "Von Eden"
Band „Von Eden“

Die 18. Filmkunstmesse 2018 wird vom 17. – 21.09.2018 statt finden.

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4 Kommentare zu „FILME NON STOP, STARGÄSTE UND GILDE PREISVERLEIHUNG – FILMKUNSTMESSE LEIPZIG 2017

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