16. Filmkunstmesse Leipzig – Stars, Sternchen, Party und jede Menge Filme!

Filmkunstmesse 2016

Wow – was für eine Woche liegt hinter mir? Ich war für Euch jeden Tag auf der 16. Filmkunstmesse Leipzig unterwegs. Die Tage waren lang, die Nächte kurz, aber sie waren wundervoll!

Regisseur Jakob M. Erwa mit den Darstellern Philine Stappenbeck und Louis Hofmann
Regisseur Jakob M. Erwa mit den Darstellern Philine Stappenbeck und Louis Hofmann

Nach einem langen Arbeitstag ging es am Montag zum Eröffnungsfilm, man hatte die Qual der Wahl, denn jedes der drei teilnehmenden Kinos: Passage Kino, Schauburg und Kinobar Prager Frühling zeigten einen vielversprechenden Film. Ich entschied mich für „Die Mitte der Welt“ (Ab 10. November 2016 im Kino), vielleicht kennt das Buch ja der ein oder andere von Euch. Ich jedenfalls habe es während meiner Schulzeit gelesen und war damals von der Geschichte sehr beeindruckt. Als zusätzliches Schmackerl waren Regisseur Jakob M. Erwa und die Schauspieler/in Philine Stappenbeck und Louis Hofmann im Kino zu Gast. Ich finde sowas immer total spannend, da man so noch das ein oder andere erfährt, was anderen unter den Nägeln brennt. 😉 Nach ein paar Presseterminen und dem roten Teppich ging es dann in den ausverkauften Saal des Passage Kinos. Die Special Guests begrüßten die Zuschauer und wünschten natürlich viel Spaß. Dann ging es los. Die Filmkunstmesse und die Mitte der Welt, der Vorhang ging auf und gleich zu Beginn gab es beeindruckende Bilder und grandiose Kameraführung. Die Zuschauer schwankten zwischen herzhaften Lachen, Pipi in den Augen und zwischendurch gab es auch noch jede Menge Spannung. „Die Mitte der Welt“ ist ein Film den jeder von Euch gesehen haben sollte. Phil (Louis Hofmann) ist siebzehn, kommt aus den Ferien zurück und alles ist anders. Zwischen seiner Mutter und seiner Zwillingsschwester herrscht Eiszeit. Doch Phil stellt dieses Problem zunächst zurück, denn der Neue in der Klasse ist echt heiß! Nicholas (Jannik Schümann) verführt Phil zu einer leidenschaftliche Affäre. Doch die Vergangenheit holt Phil zu schnell ein & er muss handeln. – Meiner Meinung nach kommt diese Verfilmung genau zur richtigen Zeit (Buch ist 1998 erschienen) und Jakob M. Erwa hat dies klasse umgesetzt. Homosexuelle Liebe ist kein Tabuthema mehr, für mich war es das auch nie, jedoch gibt es einige die „schwule“ Liebe als ekelhaft empfinden. Dieser Film beweist Euch das Gegenteil! Doch auch wenn es hier um einen schwulen Teenager geht, dreht sich der Film um so viel mehr. Die Verbundenheit zwischen Geschwistern, Familienzusammenhalt und Vertrauen. Es bleibt also eine Frage offen: Wo ist Eure Mitte der Welt?

Meine Bewertung 5 von 5 Sternen.

Regisseur Jakob M. Erwa (Die Mitte der Welt) ist bei der Presse heiß begehrt
Regisseur Jakob M. Erwa (Die Mitte der Welt) ist bei der Presse heiß begehrt

Auch der Dienstag versprach einiges! Ich wählte zwei Filme die ebenfalls in den Passage Kinos liefen. Der Abend begann für mich mit „Das Kalte Herz“ (Ab 20. Oktober 2016 im Kino). Auch hier war der Regisseur anwesend. Johannes Naber gewann u.a. Frederick Lau, Henriette Confurius, Moritz Bleibtreu und Milan Peschel für seinen Film. – Keine Unbekannten! Das Märchen von Wilhelm Hauff kennt man wohl durch die unzähligen Verfilmungen seit dem Jahr 1924. Es war das erste Mal, dass der Film von Johannes Naber vor Publikum gezeigt wurde – und ich war dabei, tolles Gefühl. So erlebt man die Liebesgeschichte von Peter (Frederick Lau) und Lisbeth (Henriette Confurius) in einer sehr düsteren Atmosphäre. Die Anfangssequenz gehörte allerdings dem Holländer-Michel, gespielt von Moritz Bleibtreu. – Hier musste ich schon das erste Mal schwer schlucken, aber dann wurde ein niedliches Eichhörnchen eingeblendet, also ging es noch ganz gut aus. 😉

Wie beeindruckt man jetzt als mittelloser Köhler ein Mädchen was aus Gutem Hause stammt? Ein diabolischer Pakt bringt Peter Erfolg, Ansehen, aber auch ein kaltes Herz. Lisbeth spürt dies und wendet sich von Peter ab. Der Kampf um sein Herz beginnt.

Nachdem Film erklärte Naber, dass er sich bewusst gegen das Genre „Märchen“ entschieden hat. „Fantasy“ passt viel besser, denn es gehe darum seine eigene Welt zu schaffen. Jedoch darf man es als Märchen für Erwachsene nennen. Doch er sieht diesen Film auch als Bestandteil des Schulunterrichts! Etwas abgeändert bzw. neu interpretiert war das Märchen schon, aber nicht schwerwiegend. Alles in allem ein wirklich spannender und sehenswerter Film!

Meine Bewertung 4 von 5 Sternen.

Auf dem roten Teppich der Filmkunstmesse Leipzig: Johannes Naber / Foto: FKM
Auf dem roten Teppich der Filmkunstmesse Leipzig: Johannes Naber / Foto: FKM
Affenkönig - Filmplakat
Affenkönig – Filmplakat

Danach ging es gleich in den nächsten Film, mittlerweile war es 22:15 Uhr. Ich hörte meinen Wecker, der 5:30 Uhr klingelt, schon anklopfen. Doch bevor ich einen weiteren Gedanken daran verschwendete stand der Regisseur von „Affenkönig“: Oliver Rihs  vor der Leinwand und begrüßte uns mit Schweizer Dialekt.

Wolfi (Hans-Jochen Wagner) lädt drei seiner alten Freunde (gespielt von Samuel Finzi, Oliver Korittke und Marc Hosemann) nach Südfrankreich ein, um mit ihnen noch einmal wie früher einen drauf zu machen. Mit von der Partie sind allerdings Kind und Kegel der alten Freunde…

Eine kontroverse Satire mit derben Humor über Sex, Party, Drogen und Freundschaft.

Meine Bewertung 3 von 5 Sternen.

Und schwupp di wupp war auch schon Mittwoch, Bergfest, nicht nur auf Arbeit, sonder auch bei der Messe. Ich versuchte mich dieses Mal an etwas neuen und machte beim „Kurz vor Film“ – Filmtest mit. Hier gab es eine Stimmkarte mit den Noten 1 bis 6. Uns wurden zig Kurzfilme gezeigt, die man dann bewertet. Klingt einfach 😉 Es gab eine bunte Mischung zu sehen: Animation, Zeichnung, real life. Witzig, skurill und total ernst waren nur einige Eigenschaften der Kurzfilme. Einer meiner Favoriten habe ich im Internet gefunden und kann ihn Euch hier präsentieren: (ich habe herzhaft gelacht!)

Dank der lieben Filmkunstmesse Leipzig durfte ich nicht nur Filme ansehen, sondern auch die Abendveranstaltungen besuchen. So schaute ich nach dem Kurzfilmtest einmal im Ring-Cafe vorbei, wo die Verleiherparty stattfand. Wirklich Wahnsinn wie alles hergerichtet wurde. Neben Getränken und Buffet gab es eine riesige Leinwand, auf der Trailer liefen, der Ausblick vom Balkon des Saals gab es noch oben drauf. Allerdings blieb ich hier nicht lang, denn auch ich brauche meinen Schönheitsschlaf. 😉

Donnerstag gab es dann ein kleines Highlight für mich. Ich wurde zur Gilde Filmpreis-Verleihung eingeladen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle! ♥ Ich habe das Alte Landratsamt noch nie so schön hergerichtet gesehen – Hut ab! Nach einer Stärkung am Buffet ging es zum Presse Fotocall.

Cristina Pato, Gaita-Musikerin aus dem Dokumentarfilm "The Music of Strangers"
Cristina Pato, Gaita-Musikerin aus dem Dokumentarfilm „The Music of Strangers“

 

Schauspieler Johann von Bülow (rechts) aus dem Film FRANTZ
Film-Verleiher und Schauspieler Johann von Bülow (rechts) aus dem Film FRANTZ
Team von Toni Erdmann mit Produzent Jonas Dornbach, Schauspielerin Sandra Hüller, Produzentin Janine Jackowski und NFP-Verleihchef Christoph Ott
Team von „Toni Erdmann“ mit Produzent Jonas Dornbach, Schauspielerin Sandra Hüller, Produzentin Janine Jackowski und NFP-Verleihchef Christoph Ott

Jede Menge Stars & Sternchen bei der Verleihung. Hier gibt es die Auszeichnungen einmal für Euch aufgelistet.

Den Gilde Filmpreis hat gewonnen:

  • Bester Kinderfilm: KÖNIG LAURIN von Matthias Lang (Zorro Film GmbH)
  • Bester Dokumentarfilm: THE MUSIC OF STRANGERS von Morgan Neville (NFP marketing&distribution GmbH)
  • Bester Film (national): TONI ERDMANN von Maren Ade (NFP marketing&distribution GmbH)
  • Bester Film (international): FRANTZ von Francois Ozon (X-Verleih AG)

Verliehen wurden auch die Preise der Filmkunstmesse: Der Preis der Jugendjury in Höhe von 2.000,00€ , gestiftet von der Sparkasse Leipzig geht in diesem Jahr an: DIE MITTE DER WELT von Jacob M. Erwa (Universum Film) Der Publikumspreis in Höhe von 2.000,00€, gestiftet von ARRI Media geht in diesem Jahr an: DIE SCHLÖSSER AUS SAND von Oliver Jahan (Film Kino Text Jürgen Lütz e.k.)

Die Gilde Filmpreisträger/innen
Die Gilde Filmpreisträger/innen

Ich freute mich, dass „Die Mitte Der Welt“ ausgezeichnet wurde und ich Regisseur Jakob M. Erwa persönlich gratulieren konnte, absolutes Highlight! Die Verleihung war wirklich toll! Ohne viel Chi, Chi – einfach pur und familiär! Die Party fiel allerdings für mich weg, das Bett rief. Memo an mich: Das nächste Mal Urlaub nehmen.

Swiss Army Man Filmplakat
Swiss Army Man Filmplakat

Und schon ist Freitag, der letzte Messetag. Ein letzter Film für mich: Die Kinobar Prager Frühling zeigte „Swiss Army Man“ (ab 13. Oktober 2016 im Kino). Der Saal platzte aus allen Nähten, extra Stühle wurden verteilt oder sich einfach auf dem Boden gesetzt. Der Film lief im Originalen mit deutschen Untertitel. Es ist der Debutfilm der Regisseure Daniel Scheinert & Dan Kwan. Eine Männerfreundschaft die amüsanter,  fantasievoller und berührender nicht sein könnte. Die Hauptdarsteller Paul Dano („Little Miss Sunshine“, „Prisoners“), spielt Hank, und Daniel Radcliffe („Harry Potter“), spielt Manny, entführen in eine bizarre, aber gefühlvolle Fantasiewelt. Radcliffe spielt seine Rolle als „Multifunktionsleiche“ absolut brillant. Ich persönlich habe von ihm noch nie so eine wahnsinnig gute schauspielerische Leistung gesehen. Zwischen herzhaften Lachattacken holt einen die spannende Handlung immer wieder ein. Sehenswert!

Meine Bewertung 4,5 von 5 Sternen.

Am Ende noch ein paar Fakten über die 16. Filmkunstmesse Leipzig für Euch: Über 1.000 Fachbesucher sahen 74 Filme in 167 Vorstellungen und tauschten sich in zahlreichen Seminaren und Workshops aus. 🙂

Die 17. Filmkunstmesse findet vom 25. bis 29. September 2017 in Leipzig statt. (Achtung wurde nachträglich geändert)

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